25 Juni 2006

Sex sells ... aber wo sind die Grenzen?

Am Anfang schuf G'tt Himmel und Erde ... und dann die Pflanzen ... und dann die Tiere ... und als letztes Tier schuf Er den Menschen ... in doppelter Ausführung: erst als Mann und dann als Frau ...

Und der Mensch lebte im Garten Eden, war Vegetarier und liebte das Obst ... und war neugierig ... und ass von der Frucht, die ihm verboten war ... und flog raus aus dem Paradies.

Und weil es ausserhalb des Paradies langweilig war, erfand er den Sex. Und arbeiten musste er auf einmal - um all die Dinge zu bekommen, die es im Paradies umsonst gegeben hatte. Und er vermehrte sich (denn er hatte ja den Sex entdeckt) und er erfand den Handel ... und den Konsum... und als es genug Menschen auf der Welt gab, erfanden Sie die Werbung ... und die entdeckte wiederrum den Sex für sich ...

... und seitdem verkauft man mit Sex alles: Light-Getränke, Autozubehör, Reisen, Deckenfarbe (mehr dazu später), Klamotten, Yoghurt, Videorekorder, Kleinkredite, Alkoholika und was es sonst noch so gibt ...

Wir blicken einige Jahre zurück: auf einem Bett wälzen sich zwei nackte Leiber (sie unten, er oben), in wilder Extase verbunden und vor Lust laut stöhnend ... zumindest er. Sie wird immer ruhiger, lässt ihren Blick zur Decke schweifen und sagt irgendwann zu ihm: "Schatz, wir sollten die Deckenlamellen neu streichen ...". - Schnitt - und es folgt das Logo einer deutschen Baumarktkette (Anmerkung: falls jemand den Spot noch hat - bitte kurzen Hinweis, damit ich ihn hier verlinken kann...)

Oder wer kennt sie nicht, die Frau mit den drei Brüsten, die uns suggeriert, dass es Dinge gibt, die besser sind als Bier? Es handelt sich dabei um eine Werbeaktion des Rumherstellers Bacardi - entdeckt im fernen Kanada ...

... übrigens, eine ähnliche Dame gab es auch in Deutschland schon mal ... Mediamarkt warb mal mit diesem "Prachtexemplar" ...






Oder nehmen wir unsere österreichischen Nachbarn. Elektronikdiscounter Cosmos erklärt auf seiner Aktionssite monatlich hinzukommende Elektrogeräte zu Fetisch-Zubehör und inszeniert diese entsprechend ...

Über Geschmack lässt sich streiten - aber den Bildern ist immerhin eine gewisse Ästhetik gemeinsam.


Es scheint jedoch allgemein Kosenz darüber zu herrschen, dass es eine Grenze gibt, zwischen erotischer oder gar sexuell motivierter Werbung und reiner Pornographie. Den Akt anzudeuten ist eine Sache - ihn en detail zu zeigen oder gar zu zelebrieren, eine andere.

Es gibt natürlich Ausnahmen ... kein Mensch würde die poppenden Marienkäfer des Automobilherstellers Peugeot als pornographisch bezeichnen (obwohl, wenn ich mir ansehe, was da zur Zeit so aus dem Irak tönt .... aber das ist eine ganz andere Geschichte). Aber mit "Frankreich" liegen wir schon richtig. Denn hier ist es geschehen.

--- ACHTUNG: WICHTIGER HINWEIS! ---

Die nachfolgenden Links sind nur für Erwachsene bestimmt, die an ihrem Wohnort das gesetzlich vorgeschriebene Alter zum Konsum pornographischen Materials erreicht haben. Die Links dienen ausschliesslich der Dokumentation von Vorgängen in der Werbebranche und der Autor übernimmt (wie bei allen Links in dieser Site) keinerlei Haftung für deren Inhalt. Wenn Sie damit einverstanden sind, lesen Sie ruhig weiter. Wenn nicht, wünsche ich viel Spaß hier ...

--- HINWEIS ENDE ---

Zum ersten Mal durchbricht ein Unternehmen die ungeschriebenen Grenzen: unter sexpacking.com präsentiert das französische Modelabel Shaiwear seinen neuen Katalog. "Diskret" versteckt in Pornofilmen ... drei an der Zahl. Denn ganz im Sinne der "egalité" gibt es das Werk in einer hetero- einer homo- und einer lesbo-Version.

Das neue daran: spielt man nach dem Download (oder auch online) den Film normal ab, handelt es sich um einen ganz normalen Pornofilm, wie es ihn zu dutzenden im Netz gibt. Fährt man jedoch mit der Maus in den Film, offenbaren sich Hotspots, hinter denen sich die Artikel der neuen Kollektion verbergen.

Schmuddel? Kunst? Effiziente Werbung? Alter Hut in neuer Farbe? Etwas ganz neues? Ich enthalte mich an dieser Stelle einer Meinung. Aber Ihnen steht es frei, sich zu äussern ...

Ich bin schon gespannt ... in diesem Sinne ...

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